Andere Länder andere Sitten

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

neulich hatten wir Besuch von einer ausländischen Delegation.
Erwartungsgemäß gab es bei den hochrangigen politischen Gesprächen große Übereinstimmung im Hinblick auf die hohe Qualität unserer Branntweinproduke. Denn die Qualität, die wir in unserem Land produzieren, kann sich nicht nur sehen lassen, sondern auch schmecken.

Eine lustige Begebenheit gab es dabei, als ein Vertreter des Landes (welches wir aus Gründen der Sicherheit dieses Vertreters nicht nennen) sagte, er wünsche sich dass in seinem Land auch ein solch guter Obstler gebrannt würde, er sähe aber da Schwierigkeiten mit den Steuern. Wenn ein Mann aus einem anderen Land in unserer Sprache ein Wort falsch einsetzt, dann verbietet es die Höflichkeit, ihm diesen Fehler vorzuhalten. Und auch ihn der Peinlichkeit auszusetzen, indem man ihm sagt, wie es richtig heißt.
Ich erklärte ihm hingegen, dass unsere Sprache oft sehr kompliziert ist und auch in unserem Land nicht immer jeder Bürger auf Anhieb den richtigen Kasus einzusetzen weiß. Und dass es richtig heissen müsste: „Schwierigkeiten mit dem Steuern“.
Doch damit befand ich mich im Irrtum, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, über den ich bei einigen weiteren Glas Obstler aufklären ließ.

Der Vertreter aus dem Ausland meinte nicht die Schwierigkeiten mit der motorischen Steuerung, wie sie uns allen geläufig ist, wenn wir unseren hervorragenden Obstler trinken, sondern Abgaben, die auf Produkte erhoben werden. Ich habe es mir genau erzählen lassen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürer, kann es ihnen aber dennnoch nur sehr unscharf erklären, denn es ist sehr kompliziert und insgesamt völlig unverständlich.
In seinem Land müssen die Bürger Abgaben in Form von Prozenten auf die geistigen Getränke entrichten, einmal für die Alkoholprozente im Getränk und dann noch einmal für das gesamte Getränk, inklusive des Alkohols uns zwar prozentual. Die Getränke werden von Firmen produziert die größere Mengen herstellen und vertreiben. Wer selber Weinbrand produziert, kann dafür sogar schwer bestraft werden. Weil er keine Abgaben auf das von ihm selbst produzierte Getränk entrichtet, das er es selbst oder mit seinen Freunden trinkt. Das klingt verwirrend, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger und ich hoffe nichts falsch verstanden zu haben. Diese Abgaben bezeichnet man mit dem irreführenden Begriff „Steuern“.
Die Abgaben welche die Trinkenden abgeben müssen, werden zum Wohle des Volkes wieder ausgegeben, für Sachen, die mit dem Trinken nicht das Geringste zu tun haben. Vielleicht den Bau einer Autobahn, Polizeieinsätze, den Unterhalt von Politikern und vieles mehr, müssen die Bürger in seinem Land schöntrinken.
Sie werden verstehen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass die Gespräche länger dauerten. Bis ich mir einen Überblick verschafft hatte, wie das mit den Steuern funktioniert, bekam ich langsam Schwierigkeiten mit dem Steuern.

Ich habe ihn gefragt, warum man auf Branntwein etwas zum Wohle aller abgeben muss, wenn man ihn doch sowieso auf aller Wohl trinkt.
Und wie man denn in seinem Land sicherstelle, dass die Bürger mit dem besten Weinbrand versorgt werden, wenn man ihn nur von wenigen herstellen lässt ohne vorher in einem landesweiten Brennwettbewerb die besten Brenner ermittelt zu haben.
Bei uns, erklärte ich ihm, brennt jeder seinen eigenen Branntwein, den trinkt er auf sein eigen und unser aller Wohl. Er kann gern Einen ausgeben aber er muss nichts abgeben. Und der Regierung etwas abgeben? Ich bitte sie. Wo kämen wir damit hin?

Sie wissen genau, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass wir nichts von ihnen fordern, was sie uns abgeben müssen. Und wenn sie mir Kostproben zusenden, dann tun sie das nicht aus Zwang, sondern weil sie das wollen. Und weil ich ihnen dafür das Gütesiegel „Hochprozentige Qualität“ ausstelle.

Ich weiß nicht, ob der Vertreter des anderen Landes unser Prinzip ganz verstanden hat und warum wir das bei uns nicht brauchen mit den Steuern. Denn er hatte zu später Stunde erhebliche Probleme mit dem Steuern.
Dies verdanke ich ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger und der hohen Qualität ihrer Produkte.

https://i1.wp.com/www.hinterauerhof.com/images/webalbum/Images/22%20schnapsbrennen.jpg

Thomas Grund, Germanys next Bundeskanzlerin.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Germanys next Bundeskanzlerin

Eine Antwort zu “Andere Länder andere Sitten

  1. Reblogged this on Germanys next Kabinettsküche und kommentierte:

    Ein Bravo auf die hochprozentige Steuerpolitik von Germanys next Bundeskanzlerin. Man spürt, das sie vom Fach ist und ihr Handwerk versteht … als vormaliger Germanys next PunkBankPräsident und Finanzminister ….

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